Marathon  in Bonn. am 10.04.2011

Im Jahr 2003 und 2008 nahm ich bereits beim Marathonlauf in Bonn teil, und hatte nur gute Erinnerungen an diese Veranstaltungen. Grund genug dort in diesem Jahr  noch einmal  teilzunehmen.

Den Startschuss  zum  diesjährigen  Bonn Marathon wurde von einer ganz prominenten Person durchgeführt.  Bundespräsident Christan Wulf gab sich die Ehre, war nach Bonn angereist und schicke die Ca. 1000 Marathonläufer und Ca. 200 Marathonläuferinnen auf die 42,195 KM. lange Reise.

Das Wetter ist  für einen Marathonlauf geradezu ideal, strahlende Sonne, Temperatur Ca 15°C+ ein wenig Wind.

Bei so schönem Wetter, und der Startschuss von unserem Präsidenten, dann kann heute nur alles gut gehen, so denke ich als ich meinen 17. Marathonlauf beginne.

Auf dem ersten Kilometer knuppelt sich das ganze Feld noch ein wenig, als ich dann die Rheinbrücke passiere hat das Feld sich schon ein wenig aufgelockert.

Mit nur 1200 Teilnehmern kann man das ganze  Starterfeld,  gemessen an anderen  Stadtmarathons als klein bezeichnen. Jedenfalls kann ich nach etwa 2 Laufkilometern meinen  normalen Rhythmus laufen.

Die ersten 3 Kilometer durchlaufe ich in weniger als 18 Minuten, und bin damit ein wenig  zu schnell. Natürlich horche ich  immer wieder in mich herein, ist alles in  Ordnung? Ja es geht mir gut.

Auf einmal läuft  Sabine neben mir her, Sabine wohnt in einem Nachbarort, wir kennen uns schon sehr lange, sie läuft heute  ihren 207. Marathon, wir unterhalten uns ein wenig, verlieren uns aber bald aus den Augen.

Die nächsten Kilometer durchlaufe ich alle in etwa 6 Min, trinke natürlich an jeder Versorgungsstelle.  Das Wetter   ist schön, alles ist in bester Ordnung. Ich durchlaufe den Ort Bonn - Beuel  wieder über die Rheinbrücke, endlang des Rheinufers, am alten Regierungsviertel vorbei, in Richtung Bonn Süd.

Inzwischen bin ich schon etwa 17 KM unterwegs, weiterhin fühle ich mich in einer guten Verfassung, als die Laufstrecke in Richtung Bonn Innenstadt  führt. In der Innenstadt werden alle Läufer und auch ich, mit einem sagenhaften Beifall empfangen, hier herrscht richtig Stimmung, das macht mir Spaß.

Ich beende die erste Runde (21 KM) und ab in die nächste, wieder über die Rheinbrücke und weiter nach Bonn-Beuel. Ich durchlaufe immer noch  jeden Kilometer in etwa 6 Min.

Wie werden  die  letzten  Kilometer verlaufen?  Frage ich mich. Beim Marathon in München 2010 und auch hier in Bonn 2008 bekam ich  in der Schlussphase des Laufes die größten Probleme mit der Beinmuskulatur, hoffentlich verläuft  es heute besser.

Nun liegen schon 30 Kilometer hinter mir und  laufe wieder am Rheinufer das immer noch von Zahlreichen Zuschauern gesäumt  ist  endlang in Richtung Bonn Rheinauen.

Oh -Nein geht das schon wieder los, denke ich als ich mich bei Kilometer 32 befinde, wieder  heftiges ziehen, diesmal beginnt es an meinen  beiden Oberschenkel innen. Ich versuche langsamer und lockererer zu laufen, die Schmerzen halten sich zunächst  in Grenzen. Leider wird das ganze immer heftiger, bei Kilometer 35 ist meine gesamte Beinmuskulatur völlig verkrampft.

Ab Kilometer 38 muss ich  zu allerersten mal überhaupt, bei einer Veranstaltung Gehpausen einlegen. Dieses kratzt natürlich mächtig an meiner Sportlerehre, was soll es, die letzten paar Kilometer schaffe ich noch. Bei einem Rote Kreuz Posten lasse ich mir meine Waden massieren, das schafft zunächst Linderung,  und für ein paar 100 Meter wird es besser.

Bei Kilometer 39 befinde ich mich am Rand der Bonner Innenstadt, und dort, so weis ich, das der letzte  Laufkilometer, von unzähligen Zuschauern gesäumt sein wird, und dort werde ich laufen, und wenn die  Beine noch so schmerzen.

Dann  sehe ich schon das große Schild: " Nur noch 1 KM bis zum Ziel." Sehe die riesigen Transparente des Hauptsponsors der Deutschen Post, sehe und vor allem höre die unzähligen Zuschauer. Gänsehautfeeling  kommt auf, die Beine schmerzen, natürlich, aber ich genieße diese letzten 1000 Meter, mitten durch die Bonner Innenstadt, was für ein Moment.

Jetzt noch schnell rechts um die Ecke herum, ein Zuschauer ruft: "Nur noch 200 Meter."  Dann sehe ich auch schon den Zieleinlauf und den riesengroßen gelben Teppich der Post. Wenige Meter vor dem Ziel, steht meine Frau Christa, ein kurzer Begrüßungskuss, wir strahlen uns an, und freuen  und beide.

Dann laufe ich zum 17. mal  bei einer Marathonveranstaltung über die Ziellinie, ich könnte die ganze Welt umarmen.

Ich bleibe stehen stütze mich auf einem Geländer ab, und  erlebe wieder einmal  das Gefühl,  einer totalen Erschöpfung gepaart mit einer überschäumenden Euphorie. Nein so ein Gefühl kann man nicht beschreiben, man muss es erlebt haben.  Ich spreche ein kurzes Dankgebet, und  danke Gott das er mich bei diesem Lauf so gut beschützt hat.

4Std. 37 Min. war ich unterwegs, und zeigte über 100 zumeist jüngeren Teilnehmern noch meine Rückenseite.

Schmerzen und Verkrampfungen in den Beinen?

Wie  weggeflogen.

 

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