Im Jahr 2003 und 2008
nahm ich bereits beim Marathonlauf in Bonn teil, und hatte nur gute
Erinnerungen an diese Veranstaltungen. Grund genug dort in diesem Jahr noch einmal
teilzunehmen.
Den Startschuss
zum diesjährigen Bonn Marathon wurde von einer ganz
prominenten Person durchgeführt.
Bundespräsident Christan Wulf gab sich die Ehre, war nach Bonn angereist
und schicke die Ca. 1000 Marathonläufer und Ca. 200 Marathonläuferinnen auf die
42,195 KM. lange Reise.
Das Wetter ist
für einen Marathonlauf geradezu ideal, strahlende Sonne, Temperatur Ca 15°C+
ein wenig Wind.
Bei so schönem Wetter,
und der Startschuss von unserem Präsidenten, dann kann heute nur alles gut
gehen, so denke ich als ich meinen 17. Marathonlauf beginne.
Auf dem ersten
Kilometer knuppelt sich das ganze Feld noch ein
wenig, als ich dann die Rheinbrücke passiere hat das Feld sich schon ein wenig
aufgelockert.
Mit nur 1200
Teilnehmern kann man das ganze
Starterfeld, gemessen an
anderen Stadtmarathons als klein bezeichnen. Jedenfalls kann ich nach
etwa 2 Laufkilometern meinen normalen Rhythmus laufen.
Die ersten 3 Kilometer
durchlaufe ich in weniger als 18 Minuten, und bin damit ein wenig zu schnell. Natürlich horche ich immer wieder in mich herein, ist alles
in Ordnung? Ja es geht mir gut.
Auf einmal läuft Sabine neben mir her, Sabine wohnt in einem
Nachbarort, wir kennen uns schon sehr lange, sie läuft heute ihren 207. Marathon, wir unterhalten uns ein
wenig, verlieren uns aber bald aus den Augen.
Die nächsten Kilometer
durchlaufe ich alle in etwa 6 Min, trinke natürlich an jeder
Versorgungsstelle. Das Wetter ist schön, alles ist in bester Ordnung. Ich
durchlaufe den Ort Bonn - Beuel wieder über die Rheinbrücke, endlang des
Rheinufers, am alten Regierungsviertel vorbei, in Richtung Bonn Süd.
Inzwischen bin ich schon etwa 17 KM unterwegs,
weiterhin fühle ich mich in einer guten Verfassung, als die Laufstrecke in
Richtung Bonn Innenstadt führt. In der
Innenstadt werden alle Läufer und auch ich, mit einem sagenhaften Beifall
empfangen, hier herrscht richtig Stimmung, das macht mir Spaß.
Ich beende die erste
Runde (21 KM) und ab in die nächste, wieder über die Rheinbrücke und weiter
nach Bonn-Beuel. Ich durchlaufe immer noch jeden Kilometer in etwa 6 Min.
Wie werden die
letzten Kilometer verlaufen? Frage ich mich. Beim Marathon in München 2010
und auch hier in Bonn 2008 bekam ich in
der Schlussphase des Laufes die größten Probleme mit der Beinmuskulatur,
hoffentlich verläuft es heute besser.
Nun liegen schon 30
Kilometer hinter mir und laufe wieder am
Rheinufer das immer noch von Zahlreichen Zuschauern gesäumt ist
endlang in Richtung Bonn Rheinauen.
Oh -Nein geht das
schon wieder los, denke ich als ich mich bei Kilometer 32 befinde, wieder heftiges ziehen, diesmal beginnt es an
meinen beiden Oberschenkel innen. Ich
versuche langsamer und lockererer zu laufen, die Schmerzen halten sich zunächst in Grenzen. Leider wird das ganze immer
heftiger, bei Kilometer 35 ist meine gesamte Beinmuskulatur völlig verkrampft.
Ab Kilometer 38 muss
ich zu allerersten mal
überhaupt, bei einer Veranstaltung Gehpausen einlegen. Dieses kratzt natürlich
mächtig an meiner Sportlerehre, was soll es, die letzten paar Kilometer schaffe
ich noch. Bei einem Rote Kreuz Posten lasse ich mir
meine Waden massieren, das schafft zunächst Linderung, und für ein paar 100 Meter wird es besser.
Bei Kilometer 39
befinde ich mich am Rand der Bonner Innenstadt, und dort, so weis ich, das der
letzte Laufkilometer, von unzähligen
Zuschauern gesäumt sein wird, und dort werde ich laufen, und wenn die Beine noch so schmerzen.
Dann sehe ich schon das große Schild: " Nur
noch 1 KM bis zum Ziel." Sehe die riesigen Transparente des Hauptsponsors
der Deutschen Post, sehe und vor allem höre die unzähligen Zuschauer.
Gänsehautfeeling kommt auf, die Beine
schmerzen, natürlich, aber ich genieße diese letzten 1000 Meter, mitten durch
die Bonner Innenstadt, was für ein Moment.
Jetzt noch schnell rechts um die Ecke
herum, ein Zuschauer ruft: "Nur noch 200 Meter." Dann sehe ich auch schon den Zieleinlauf und
den riesengroßen gelben Teppich der Post. Wenige Meter vor dem Ziel, steht
meine Frau Christa, ein kurzer Begrüßungskuss, wir strahlen uns an, und
freuen und beide.
Dann laufe ich zum 17. mal bei einer
Marathonveranstaltung über die Ziellinie, ich könnte die ganze Welt umarmen.
Ich bleibe stehen
stütze mich auf einem Geländer ab, und
erlebe wieder einmal das
Gefühl, einer totalen Erschöpfung
gepaart mit einer überschäumenden Euphorie. Nein so ein Gefühl kann man nicht
beschreiben, man muss es erlebt haben.
Ich spreche ein kurzes Dankgebet, und
danke Gott das er mich bei diesem Lauf so gut
beschützt hat.
4Std. 37 Min. war ich
unterwegs, und zeigte über 100 zumeist jüngeren Teilnehmern noch meine
Rückenseite.
Schmerzen und
Verkrampfungen in den Beinen?
Wie weggeflogen.
http://www.deutschepost-marathonbonn.de/